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Gerald Wolf: Glaube mir, mich gibt es nicht

SichVerlag, Magdeburg (SichVerlagsgruppe Eschborn, Frankfurt am Main und Magdeburg)  2009, 361 S., Klappbroschur.             ISBN: 978-3-9812628-0-3

SichVerlag / eBook
Dr. Alexander Kirchgässner ist Single und, wie es so heißt, in den besten Jahren. Als Philosoph will er ganz unkonventionelle Wege gehen, um an der Uni voranzu-kommen, und dazu hat er sich diesen Magnet-Helm beschafft. Durch magnetische Stimulation des Gehirns zu einer höheren Wirklichkeit finden, verspricht die Werbung. Alexander aber schwebt eine Weile über seinem eigenen Körper, und dann durchdringt er die Zimmerdecke. In der Wohnung über ihm findet er sich wieder. Es ist die von Felicia Ramin, einer attraktiven Theologin. Nicht nur, dass er mit ihr nach Herzenslust im Baum der Erkenntnis herumklettern kann, auch sonst ist sie weit mehr als nur Ersatz für Amanda, seine bisherige Freundin. Doch irgendetwas kann mit Felicia nicht stimmen, hochmysteriöse Dinge passieren. Steht sie mit Gott im Bunde, oder mit dem Teufel? Oder ist es die magnetische Hirnstimulation, die ihn in den Wahnsinn treibt? Alexander will an der Liebe zu Amanda festhalten, in Mehrfachbeziehungen hat er Übung. Mit Entsetzen aber wird er Zeuge, wie …
 
Wie in seinem ersten Wissenschaftsroman, dem „HirnGott“ (2005, 2008), verbindet der Autor Wissenschaft und Glauben mit einer packenden Geschichte - einer Liebesgeschichte, die sich vor dem Hintergrund einer deutschen Universität abspielt. Science Fiction, Zukunftsmalereien? Durchaus nicht: Es geht um den Kenntnisstand von heute. Und um dessen Grenzbereich - ein Hochspannungsfeld, das mit subjektiven Gewissheiten, mit Hypothesen und Spekulationen gespickt ist.


Leseproben:


"Das Wort danach" als Vorwort (Auszug)

Das Leben an der Universität und das Hick und Hack, das sie so lebendig hält, kenne ich aus jahrzehntelanger persönlicher Erfahrung. Man wird spüren, dass es mir Spaß gemacht hat, hiervon etwas hervorleuchten zu lassen. Aber keine Angst, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Handlung ist reine Erfindung, und ebenso erdichtet sind die Figuren. Sie sollten unterhalten, doch nicht nur das. Ihre Aufgabe war es, in den Kopf der verehrten Leserinnen und Leser etwas von jener Wissenschaft zu schmuggeln, die mir besonders am Herzen liegt. Um Häppchen ging es dabei und um Großes, nämlich um das Wissen von der Welt und von uns selbst. Besonders auch um unser Gehirn, dem Organ, mit dem wir die Welt in uns und außerhalb von uns erkennen können – bald mehr, bald weniger verlässlich.

Über das Terrain, wo unser Wissen endet, können wir nichts Sicheres sagen. Ständig wird es durch den Erkenntnisfortschritt ausgedehnt. Viele Menschen aber wähnen, weiter blicken zu können und sehen ein Land jenseits des unsrigen. Bald sind es Glaubenslehren und mystische Erlebnisse, die ihrem Blick vermeintliche Klarheit verleihen, bald Rauschmittel oder gewisse seelische Störungen. Erstaunlich oft auch werden außerkörperliche Erfahrungen genannt: die spukhafte Sonderung von Leib und Seele, von Gehirn und Geist. Solcherart Trennung von Struktur und Funktion käme der von Herz und Herzschlag gleich oder, wie es im Buch Stefan sagt, von Sonnenschein und Sonne. Und tatsächlich gibt es für die Verselbständigung der Seele keinerlei Beweise; entsprechende Experimente, mit denen auf außerkörperliche Wahrnehmungsmöglichkeiten hin geprüft wurde, schlugen fehl. Wohl gemerkt: Ein einziger, unbezweifelbarer Beleg für die Verselbständigungsfähigkeit der Seele würde unser millionen- und abermillionenfach bestätigtes naturalistisch-wissenschaftliches Weltbild umkippen! Dennoch wollen Umfragen in den USA, Großbritannien und Australien zufolge 15 bis 35 Prozent aller Erwachsenen mindestens schon einmal außerkörperliche Erfahrungen gemacht haben. Sei’s drum, ich habe mir die Freiheit genommen, meinen Protagonisten Alexander derartige Erfahrungen machen zu lassen. Die Story sollte damit angeheizt und die „Natur des Übernatürlichen“ hinterfragt werden - nicht nur von den von mir erdichteten Figuren, nein, viel lieber und wichtiger noch von Ihnen selbst, verehrte Leserinnen und Leser!

Die Gewissheiten, die beim Grenzübertritt von der natürlichen Welt hinüber zur „über“-natürlichen aufkommen, sind rein subjektiver Art; sie bleiben an den Einzelnen gebunden und entziehen sich dem Zugriff der Wissenschaft. Dieses Grenzland, in das der Leser dann und wann hineingeschickt wurde, wird von persönlichen Meinungen getragen und von oft sehr privaten Ängsten und Hoffnungen. Sinn und Trost kann man hier finden, Hypothesen und Spekulationen tummeln sich auf diesem abschüssigen Gelände und alle nur denkbaren Schattierungen von Scharlatanerie. Hier auch haben große und kleine Institutionen ihre Erbpachten, die sie eifersüchtig und mit jeweils eigenem Wahrheitsanspruch verteidigen: Religionen und mancherlei philosophischen Schulen, Mystik und Esoterik, allesamt gespickt mit Unbewiesenem und Unbeweisbarem, und mit Absurditäten. Auch der Titel des Buches ist eine Absurdität, wennschon eine gewollte, nämlich nach dem Muster der klassischen Antinomie gestrickt: „Alle Kreter lügen, sagte der Kreter“.

Die Wissenschaft darf sich, streng genommen, keinen Wahrheitsanspruch leisten, und schon gar nicht einen Anspruch auf Letztgültigkeit. Vornehmlich gilt das für die ganz großen Fragen, zum Beispiel was Materie „eigentlich“ ist und was Information, mithin was Geist, was Seele ist und wie sie produziert werden, und wieso die Naturkonstanten so „eingerichtet“ sind, wie wir sie heute kennen. Die Diskussionen darüber, die die Romanfiguren aneinander geraten lassen, wurden demnach gewiss nicht an den Haaren herbeigezogen, vielmehr ist echte Wissenschaft immer und in allem zum Zweifeln verurteilt. Manche ihrer Repräsentanten scheinen das zu vergessen oder ignorieren zu wollen (und tatsächlich mögen Neurowissenschaftler dafür besonders anfällig sein). Oft aber sind solcherart „Autoritäten“ der Wissenschaft dennoch von Nutzen, indem sie zum Widerspruch herausfordern und damit, eher ungewollt, am Ende eben doch dem Erkenntnisgewinn dienen. Nicht der große denkerische Schwung ist das Erfolgsprinzip der Wissenschaft, sondern: Krumen und Krümchen sammeln, daraus eine Hypothese machen, im eher seltenen Fall eine Theorie, und alles zusammen dem eifernden Zweifel der anderen überlassen. Der Leser hat die Hitze zu spüren bekommen, mit der man dabei um Platzgewinn ficht. Aber auch die intellektuelle Kälte. Das Blut meiner Figuren wird ihn hoffentlich warmgehalten haben.

In allen sachbezogenen Aussagen und Diskussionen habe ich mich um Authentizität bemüht. Den Shakti-Helm gibt es wirklich, man kann ihn in verschiedenen Varianten als mit Spulen besetzte Kappe tatsächlich auch über das Internet beziehen. Selbst den Professor Persinger gibt es, den kanadischen Neurologen, der den Helm erfunden hat. Die Berichte über die wundersamen Wirkungen des Magnethelmes sind ebenfalls nicht erdichtet, obschon die meisten Menschen, die ihn ausprobiert haben, keinerlei »Paranormales« erlebten. Unbestritten aber ist, dass Gehirnfunktionen durch magnetische Impulse verändert werden können – transkraniell, von außen her durch den Schädel hindurch. Nur eben dass zu Forschungszwecken oder in der klinischen Praxis weit höhere Feldstärken verwendet werden, als sie mit dem Shakti-Helm zu erreichen sind. Mag sein, dass besonders empfindsame Versuchspersonen auch auf geringere Feldstärken ansprechen. Im Roman jedenfalls ist das so. Oder waren es, wie sich beim Test mit Amanda zeigte, eher Suggestion oder Selbsthypnose anstelle magnetischer Hirnstimulation, die für Alexanders Abenteuer sorgten? Vielleicht auch Ansätze zu einer paranoiden Schizophrenie?

Die Ambivalenz der Schluss-Zeilen lässt verschiedene Deutungen zu. Auf der Hand liegt die mystische. Wahrscheinlich würde ein realitätsnaher Schluss unser Gemüt weniger beschäftigen. Haben wir einen Hang zum Mystischen? Und wenn ja, warum? Viele meinen, so auch ich, es handelt sich hierbei um eine angeborene, sozialbiologisch erklärbare Motivation. Sie sorgt – biologisch evolviert wie andere soziale Grundbedürfnisse und Emotionen auch - innerhalb einer Gruppe für den Kitt zwischen den Individuen. Und, bei dem Einen mehr, bei dem Anderen weniger, für ein tiefes Sehnen. Prüfen Sie sich selbst, verehrte Leserin, verehrter Leser! Zum Beispiel könnte die Geschichte ja auch so enden – trivialer, dafür unserm Realitätssinn näher:

(und das wird hier nicht verraten!)


***

Nein, das konnte nicht wahr sein: Er schwebte!! In halber Panik riss sich Alexander den Magnethelm vom Kopf, stellte sämtliche Schalter auf Off, und sofort saß er wieder fest in seinem Sessel.

Das war kein Traum gewesen, das war echt! - Echt natürlich nicht, konnte ja gar nicht sein, aber es schien verdammt echt. Gleich zu Beginn, nachdem er den Strom eingeschaltet hatte, war in ihm eine seltsam wohlige Stimmung hochgekrochen, die den gesamten Körper durchrieselte. Angenehm leicht fühlte er sich. Der Helm hält, was er verspricht, hatte er noch gedacht, doch da war ihm auf einmal, als ob er rapide an Gewicht verlöre und ihn der leiseste Lufthauch hätte davontragen können. Schließlich entglitt ihm der Sessel, und – unglaublich! – er fing zu schweben an, schwerelos wie in einem Raumschiff!

Der absolute Wahnsinn!

Alexander blätterte aufgeregt in der Bedienungsanleitung herum, eine Broschüre, die zu dem Apparat gehörte, den gestern die Post gebracht hatte. Von Schweben war nirgendwo die Rede, dafür von neuartigen Bewusstseinsdimensionen, die man sich erschließen könne. Durch magnetische Stimulation des Gehirns zu einer höheren Wirklichkeit finden!, wurde versprochen. Kosmische Zusammenhänge würden erschaut, Gott höchstpersönlich erscheine, viele hätten erst durch den Helm erfahren, was Glückseligkeit sei. Im Internet allerdings gab es auch warnende Stimmen: Von wegen namenlose Wonnen – nichts als Kopfschmerzen kriege man von dem Ding, und wenn schon affengeile Erlebnisse, dann Horrortrips der schlimmsten Art. Man brauche nach einer solchen Sitzung nur noch die Augen zu schließen, und die Höllenqualen gingen weiter. Über Wochen hin!

***

Die paar Stufen hoch in die Etage über ihm machten Alexander zu schaffen. Sollte er, oder lieber doch nicht? Das Messingschild an der Tür verriet Stil: Felicia Ramin. Wie aus eigener Hand wirkte der Schriftzug, jedenfalls anders als das, was sonst so an Schildern zu sehen ist. Noch ein kurzes Husten, dann drückte er auf den Klingelknopf. Gleich darauf das Nahen klackender Absätze.

»Entschuldigung, dass ich störe«, sagte er, als sie öffnete, und hatte das Gefühl, rot anzulaufen. Das Brennen in seinem Gesicht nahm noch zu, als er bemerkte, dass er die Hausschuhe anbehalten hatte.

»Herr Dr. Kirchgässner, nanu?«, strahlte sie ihn in freundlicher Erwiderung an, wenn auch mit Anzeichen der Überraschung, und machte die Tür einladend weit auf. - Herr Doktor Kirchgässner! - Sein Türschild war deutlich kleiner als das ihre, dennoch musste sie seinen Namen dort gelesen haben. - »Kann ich …, kann ich Ihnen irgendwie helfen?« Auf sein Zögern hin setzte Frau Ramin lächelnd hinzu: »Eine Zwiebel vielleicht? Salz?«

»Oh danke, ich …«

»Kaffeefilter?«

»Oh d…danke, nein.« Wie sie ihn ansah! Eine beeindruckende Frau. Bisher war ihm das nicht sonderlich aufgefallen. Dafür Amanda. Kürzlich machte sie eine Bemerkung, als Frau Ramin die Treppe heruntergestöckelt kam, wie günstig, da hätte er es doch gar nicht so weit! Amanda sah ebenfalls gut aus, ein Hingucker, keine Frage. Frau Ramin aber war …, als ob sie einer anderen Frauenspezies angehörte. Eine besondere Anmut ging von ihr aus und dazu so etwas wie Würde, Kultur. Eine Lehrerin vielleicht, oder eine Ärztin. »Nein, danke«, wiederholte Alexander und versuchte sich zu sammeln, »bei mir unten zeigt sich an der Decke ein, ein Wasserfleck und da …« Plötzlich wusste er es: Einer Richterin vom Fernsehgericht ähnelte sie.

»Was? Um Himmels willen! Ich schau gleich mal nach. Ach bitte, kommen Sie doch rein!«

Frau Ramin eilte in die Küche, dann ins Bad, er tappte zögernd hinterher. Sie im lila Kostüm und eleganten schwarzen Pumps. Ihre Beine waren wohlgeformt, der Rest war es auch, ein Triumph der Evolution. Wie immer in solchen Situationen spürte er, wie sich bei ihm die Haare aufrichteten, überall, am ganzen Körper, auch an den eher dünn besiedelten Stellen. Das gehöre zu den archaischen Reaktionsmustern im Fortpflanzungsverhalten, hatte ihn Sebastian aufgeklärt, ein Erbe, das wir mit allen Affenarten teilten. Alexander stand dicht hinter ihr. Dezent umfing ihn der Duft eines Parfüms, das an Veilchen erinnerte. Oder an Maiglöckchen. Schicksal, bist du’s?

»Also ich sehe nichts, alles trocken«, rief Frau Ramin und drehte sich um. Beinahe wäre sie mit ihm zusammengestoßen. »Wo genau zeigt sich denn der Fleck bei Ihnen? - Äm«, korrigierte sie sich und ein pikantes Lächeln huschte über ihr Gesicht, »in Ihrer Wohnung?« Ihre Augen schauten ihn fragend an - ein ungewöhnlich helles Blau, das durch einen dunklen Ring vom Weiß des Augapfels markant abgesetzt war. Und dann griff sie sich, nun anscheinend selber verlegen, mit gespreizten Fingern in das Haar am Hinterkopf. Glänzend schwarz war es, straff nach hinten gekämmt und hochgesteckt. Ihr Mund machte einen eher weichen, sinnlichen Eindruck.

»An der …, an der Wand des Wohnzimmers, h-mh«, hüstelte er. »Zur Küche hin.« Alexanders sonst so sympathischem Bariton war ein Kratzen untergemischt.

»Im Wohnzimmer also. Im Wohn-Zimmer? Na da wollen wir auch mal noch hineinschauen.«

Wieder stöckelte sie entschiedenen Schrittes voran, und so, wie es vorhin auf seinem Wahnsinns-Trip zu sehen war, standen da die Couch, der Tisch davor, auf ihm die Obstschale, und an der Wand über der Couch hing ein Bild. Ein Frauenakt, grellbunt und ohne Rahmen. Alles viel deutlicher nun, denn das Fenster blendete dieses Mal nicht. Dunkel war es draußen geworden, nur die Straßenbeleuchtung schimmerte herein.

Alexander stand mit schreckgeweiteten Augen da und atmete tief ein, um nachzuholen, was er für kurze Zeit vergessen hatte. Frau Ramin konnte nur mit Mühe an die Stelle herankommen, auf die er gezeigt hatte. Eine große Bücherwand stand dort. - Die Bücherrücken! Genauso war’s! Wahnsinn!!!

Während er sich an den Kopf fasste, kniete sie auf dem Boden, streckte ihren Arm weit unter das Regal und fingerte an der Teppichkante entlang - auch hier keine Spur von Feuchtigkeit. Alexander, noch immer benommen, brabbelte mit Blick auf ihre unfreiwillig entblößten Beine etwas von Da-hätte-sich-früher-auch-schon-mal … - wer weiß, vielleicht Schwitzwasser – Entschuldigung, dass er nicht gleich daran gedacht habe und wollte ihr gerade vom Boden aufhelfen, als sie mühelos von selbst aufsprang. Mit einem Achselzucken quittierte sie die erfolglose Suche und sah ihn mit ihren eisblauen Augen an, inquisitorisch, und doch freundlich schmunzelnd. Sehr peinlich, die ganze Show! Alexander machte abermals Anstalten sich zu entschuldigen und verabschiedete sich so rasch, wie es die Situation erlaubte. – Für Frau Ramin, schien es, ein wenig zu schnell. An der Tür dann schenkte sie ihm einen langen, klaren Blick.

Als Alexander die Treppe hinuntergesegelt kam, in Hausschuhen, wartete Amanda vor seiner Tür. Sie sah ihn mit großen Augen an. Er stockte und ging dann langsam auf sie zu – ganz anders als sonst, wenn er sie im Überschwang begrüßte. Amanda blickte auf seine Schuhe, und dann zur oberen Etage hinauf. Dort war das Klappen der Korridortür zu hören. Amandas Blick gefror zu Eis, und mit einem Ruck wandte sie sich zum Gehen. Alexander wollte ihr folgen, sie aber hastete die Treppe hinab.

***

»Also reines Wasser wäre die Soße ihrem Wesen nach, Wasser, dem sie ein patentiertes Produkt der Petrolchemie zumischten, um es hier bloß noch auf Dampf zu bringen.«

»Und ich dachte immer, das Zeug würde aus der Tierfutterproduktion abgezweigt«, sagte Alexander abwinkend und kam nach kurzem Anlöffeln zum eigentlichen Grund ihres »Arbeitsessens«, für das sie einige Zeit eingeplant hatten. Pointenreich breitete er sein Helmerlebnis aus, und mit besonderem Genuss auch die Story mit der Ramin. »Ist das nicht ’ne Glanznummer, hm?«, fragte er zum Schluss. »Stell dir vor, man würde den ollen Kant ausbuddeln und ihm so ’nen Apparat überstülpen. Ich wette, wenn der so was am eigenen Leib erfahren hätte …«

»Ausgebuddelt zu werden?«

»Quatsch! Wenn der an meiner Stelle hoch ins Wohnzimmer von der Ramin geschwebt wäre, der mit seinem Spitzenjabot – seine ganze Erkenntnistheorie wäre am Ende in den Dudd. Sapere aude! – hatte er immer gepredigt, habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen, und wenn sein eigener ihm dann ein derartiges Spielchen gespielt hätte …«

 »Seh schon«, sagte Sebastian verhalten lächelnd, »wie dein Chef vor dem Gerippe von Sankt Immanuel niederkniet, um ihm huldvoll erzitternd die Handwurzelknochen zu küssen: ‚Meine, ähem, erlauchteste Verehrung, ähem, Exzellenz!’«

Alexander warf lachend den Kopf zurück und rief:

»Genau, ganz genau so!« Dabei konnte der Freund Siebenwirths näselnde Stimme nur von dem einem Telefonat her kennen, damals, als er den Rechtsanwalt mimte und dem Alten ein Verfahren androhte, falls er sich nicht stärker für den Erhalt der Assistentenstelle engagierte, auf der Alexander saß.

Nachdem Sebastian den Rest seiner Nudeln in sich hineingeschaufelt hatte, wurde er ernst:

»Also deine Story, gut, mag ja alles sein, aber das mit dem Zimmer von der …«

»Ramin.«

»… das ist doch Quatsch! Undenkbar, absolut unmöglich!«

»Es war so!«

»Komm!«, rief Sebastian und schob die leere Schüssel von sich.

»Es war so, sag ich!«

»Nach allem, was ich gelesen habe, Lexus, und was man sich da so zusammenreimen kann, sind unter dem Ding Bewusstseinsveränderungen möglich, durchaus sind die das, auch Glücksempfindungen und so weiter. Vielleicht sogar zu erwarten. Bis hin zu Fiktionen – Gott und Teufel, meinethalben.« Während Sebastian sprach, kippelte er, die Arme nach hinten verschränkt, auf seinem Stuhl hin und her. »Aber diese Art von …, also dein Spionage-Feldzug hoch zu der Ramin, das ist -, einfach grotesk ist das doch! Vogelperspektive, okay, auch das könnte ich mir ja noch vorstellen. Aber aus der eigenen Haut zu fahren und fremde Räume zu inspizieren?!«

»Absolut irre, ich geb’s ja zu.«

»Das hieße nichts anderes, als dass sich der Geist vom Körper trennen kann, dass Leib und Seele voneinander unabhängig sind. Glaubst du doch selber nicht!«

»Und warum nicht? Mit ’Seele’ kannst du als Naturwissenschaftler sowieso nichts anfangen, stocknüchtern, wie du mal bist. Klingt in deinen Ohren altbacken und provoziert automatisch Abwehr.«

»Da kannst du ja auch gleich noch die Unsterblichkeit behaupten wollen!«

»Bis jetzt hat sie noch niemand widerlegt«, sagte Alexander spitz.

»Pfaffengesäusel, lächerlich«, winkte Sebastian ab und sah seinen Freund herausfordernd an. »Seele ist, was unser Gehirn in seinen obersten Stockwerken zusammenbraut. Dafür Hirnunabhängigkeit zu reklamieren, ist genauso, als wolltest du behaupten, äm …«

»Was Äm?«

»Dass der Sonnenschein unabhängig von der Sonne ist! Nonsens, absoluter Quark!«

»Und daran, genau daran, kann man erkennen, wie borniert du bist«, schnaufte Alexander. »Äußerlich schüchtern, innerlich arrogant. Eine körperunabhängige Seele – so was passt eben nicht in dein naturalistisches Weltbild, und basta!«

»Was für ein Weltbild denn sonst?«

***

Verkrampft saß er da. Bei den ersten Anzeichen von Höllenfahrt würde er den Apparat sofort abschalten. Dennoch versuchte Alexander, sich in seinem Fauteuil bequem einzurichten. Doch es brauchte seine Zeit, bis die Bangigkeit schwand und der Entspannung Platz machte. Nicht allzu lange dann, und er hatte dasselbe Gefühl von Leichtigkeit wie beim ersten Mal. Schon löste er sich aus dem Sessel und schwebte direkt zur Decke empor. Wieder der Staub auf dem Gardinenbrett und die Spinnwebe. Und unter ihm: Er selbst, im Sessel dösend. Unfassbar, auch wenn er es nun schon kannte. Eine Zeitlang hing Alexander oben an der Decke fest. Dann ging es langsam weiter, er durchschwebte die Zimmerdecke - und:

In die Polster gestreckt, die Beine übereinandergeschlagen, lehnte Felicia auf der Couch, von oben bis unten in Rot gekleidet! Es war dunkel im Raum, nur das Licht der Straße schien herein. Oder der Mond. Ihr Gesicht leuchtete in einem geisterhaft bläulichen Weiß und hatte in seiner Blässe etwas von dem Antlitz jener hoheitlichen Damen, wie sie von alten Gemälden auf die Museumsbesucher herabblicken. Alexander war starr.

»Ich habe dich schon erwartet«, kam es von Felicia. Dazu schenkte sie ihm ein Lächeln, wissend und schön. In dem hellen Blau ihrer Augen meinte er, einen Schimmer wahrzunehmen. Bei Katzen leuchteten die Augen mitunter auch so. Der dunkle Ring hob das Weiß des Augapfels noch markanter ab als sonst.

Halb aufrecht schwebend öffnete Alexander den Mund, doch kein Wort wollte heraus. Er versuchte mit den Händen, zu ihr hinzurudern, dann mit Händen und Füßen, verzweifelt - es half nichts, er sank zurück in seine eigenen vier Wände.

***

Wie beim Tennis ging es zwischen den beiden hin und her: Vorteil für sie, Vorteil für ihn, momentan wieder Vorteil für sie. Wenn er da an Amanda dachte oder an die anderen. Allesamt ausgesprochen fraulich. Und falls es mit ihnen Streit gab, dann auf ganz andere Art.

»Nämlich«, schnitt sie seine Antwort ab, »dass die Urkräfte der Physik bis auf wenige Prozent genau so eingerichtet sein müssen, so abgestimmt, damit die Welt, wie wir sie kennen, überhaupt möglich wurde. Und wer sollte denn das gewesen sein?!«

Wahrlich, zu Zeiten der Inquisition hätte Felicia lichterloh gebrannt, wenn sie, eine Frau, sich im Gelehrtenstreit so mannhaft geschlagen hätte. Zum Ergötzen bezaubernd sah sie in ihrem Zorn aus. Alexanders Stimmung hingegen war umgekippt, seine Chancen schienen vermasselt. Mit halbem Gefiederspreizen öffnete er den Deckel seiner Bildungskiste und erklärte:

»Du meinst die vier Grundkräfte der Physik, aus denen sich wieder die Naturkonstanten ableiten lassen: die starke Wechselwirkung, die schwache, die Gravi…«

»Ach, ist doch egal«, unterbrach ihn Felicia. »Was ich eben sagte, kommt sowieso von den Physikern und weder von euch Philosophen noch von uns Theologen. Ohne diese Feinabstimmung, ja bei geringsten Veränderungen der Stellschrauben, würde das All ganz anders aussehen. Weder Sterne noch Planeten gäbe es - ein einziger Energiebrei, Leben wäre nicht möglich, und wir selber, nicht mal denkbar sind wir dann. Die Welt wäre da, und keiner wüsste es.«

»Du willst sagen …«, versuchte Alexander mit einem versöhnlichen Schmunzeln einzuwerfen.

»Das Universum besitzt Eigenschaften zweckhafter Art, und wer anders als eine Ur-Ursache, als ein höchstes Wesen - lass es uns Gott nennen, wie sonst? -, hätte …«

»Du meinst …«

»… h ä t t e!«, skandierte Felicia steif zurückgelehnt und mit hochgezogener Stirn, »hätte diese Urkräfte so präzise einstellen können. Und wollen. Nämlich so, dass damit Leben möglich ist.«

»Deismus, mit anderen Worten«, versetzte er schwunglos mit der Rückhand.

»Genau den meine ich«, sagte sie, etwas unsicher geworden.

Und gleich noch mal schlug er den Ball:

»Vielleicht auch alles Selektion.«

»Was Selektion?«

»Dass nur die jeweils stabilsten Zustände weiterexistieren konnten.«

»Egal.«

»Das gerade ist es nicht!, Felicia!«

»Ach quack, zum Kosmos kam es, und der konnte und musste sich so, wie wir ihn kennen, entwickeln. Eben wegen der Naturkonstanten, weil die nun mal so eingestellt waren. Danach mag sich dieser Ur-Beweger nicht mehr eingemischt haben.«

»Kann sein«, versuchte er zu beschwichtigen.

»Und – warum nicht? - per evolutionem, also nicht durch einen direkten Schöpfungsakt, die Bibel liefert dafür nur Bilder. Die historische Wahrheit der Bibel ist unwesentlich. Wesentlich ist das, was sie über den Menschen aussagt und dass sie ihn besser macht und dass ...«

»Du meinst …«

»Hör doch mal zu, Alexander! Bitte, ich habe nichts dagegen: durch die Evolution – warum nicht? -, durch die von Gott ermöglichte und vielleicht auch gesteuerte Evolution. Durch sie kam es dann zu all den Kreaturen ringsum, und«, versuchte auch sie nun wieder zu lächeln, das Versöhnungssignal in seinen Augen reflektierend, »schließlich zu dir.«

Alexander setzte nun alle Hoffnung auf seinen dunklen Blick und, indem er seinem Bariton einen wohlig gurrenden Klang untermischte, sagte er:

»Und zu dir natürlich. Gott oder seiner Evolution oder wem auch immer sei’s gedankt.«  

Es schien zu wirken. Sie schmunzelte. Darauf lachte er ihr unverhohlen ins Gesicht. Und sie ihm. In einer Art Schlafzimmerton, dessen Alexander sich von früheren Gelegenheiten her zu bedienen wusste, schnurrte er:

»Du willst sagen, die Naturkonstanten sind von Anfang an auf dein Erscheinen hin geeicht, es würde dich ohne diesen großen Kosmos-Ingenieur gar nicht geben?«

»Viel schlimmer noch: auch dich nicht!«

Er führte seine Hand pathetisch zum Herzen und brummte:

»Noch nicht mal mich?! Was, frage ich nun deinen Ur-Beweger, seine himmlischen Heerscharen und sämtliche Heilige dazu, was sollte eine Welt je für einen Sinn haben können, eine Welt ohne mich? Für mich jedenfalls keinen!«

»Wie gescheit du bist!«, säuselte Felicia in falscher Bewunderung. Sein Schwenk hin zur Blödelei schien ihr zu behagen, doch war sie immer noch flammend rot vor Erregung. Am liebsten hätte sich Alexander jetzt auf sie werfen wollen. Warum bloß hatte er sich vorhin derart dämlich angestellt, als sie es war, die sich auf ihn stürzte, und das so köstlich schamlos?! Sollte er einfach noch mal durchstarten und sie mit einem Kuss überrumpeln? Was ihn da trieb, war nicht nur so was wie Lust auf fremde Haut. Es war mehr. Die ganze Frau wollte er. Schwärmerisch sah er sie an und sagte dennoch so sachlich wie möglich:

»Ich sehe, durch deine Einzigartigkeit hat sich die gesamte Schöpfung erst so richtig gelohnt.«

»Was für ein großer Seher du doch bist!«, strahlte sie.

»Und gerade reift in mir eine Art von Glaubensgewissheit, nämlich, dass mich die Schöpfung dir zum Gesellen erkoren hat, damit du den Sinn dieser Welt erfüllest, an mir und mit mir.«

»Ach, wie phantasiebegabt du bist! Und so voller Poesie!«

»Denk mal an.«

»Und nun?«, fragte sie mit veränderter Stimme. Genauso merkwürdig saugend sah sie ihn an wie vor ihrer Kuss- und Streichelattacke. Alexander holte tief Luft und sagte betont schlicht:

»Okay, legen wir die Degen beiseite.«

»Ich habe keinen.«

»Aber ein verdammt spitzes Florett!«

Ihr Blick blieb starr auf ihn gerichtet, und er glaubte - er hoffte -, darin Leidenschaft zu erkennen. In ihm brandete etwas auf, das ausgelebt werden musste. Einer Augenblicksregung folgend schlüpfte er an ihre Seite, hob ihr Kinn an und küsste, sich noch einmal in ihren Augen vergewissernd, ihre Wange. Felicia schniefte amüsiert und zeigte auf die leeren Flaschen vor sich. Drei waren es.

***

Bald hatte Alexander den Faden von vorhin wieder aufgenommen: Dieses Zwei-Welten-Prinzip gilt natürlich auch für meinen persönlichen Gott. ‚Natürlich’ insofern, als die vom Helm ausgelöste Gotteserfahrung im Gehirn objektivierbar ist, in Form von nervalen Aktivitätsmustern. Dekodierbar sind sie aber nur durch mich, eben weil ich es bin, der als Subjekt den Schlüssel dazu hat. Ob Gott zusätzlich auch objektiv existiert, hat mich keinen Deut zu scheren. Trotzdem ist es die Frage aller Fragen: Gibt es eine Wirklichkeit jenseits der Tatsachenwirklichkeit, eine »übernatürliche«, eine, die von uns nur »übersinnlich« erfahrbar ist? Mag ja sein, dass diese Wirklichkeit für Wesen, die begabter sind als wir Menschen, auch objektiv erkennbar ist. In anderen Fixsternsystemen soll es erdähnliche Planeten geben, die viel, viel älter sind als unserer. Millionen und Milliarden Jahre haben die uns voraus. Wer weiß schon, was dort so alles gewusst und gedacht wird.

Ein Frösteln überrieselte Alexanders Rücken, wie immer, wenn aus seinem Kopf Gedanken hervorquollen, die über dessen eigene Erkenntnisgrenzen hinauswiesen. Mystik und Naturwissenschaften – ist das nicht ein schönes Paar?! Von Martineck brauchte es nur noch als Thema für seine Habil-Arbeit abgesegnet zu werden. Manche Gedankensplitter hatte er sich schon notiert, Rohdiamanten, die noch geschliffen und auf Hochglanz poliert werden mussten. Es war schon so was wie Schicksalsgunst, Felicia und Sebastian als Sparring-Partner an der Seite zu wissen. Aber ihm machte auch Spaß, allein im Erkenntnis-Baum herumzuklettern und denkerisch dessen Verästelungen nachzuspüren, bis hoch zur Krone, wo die härteste Nuss hing: Gott.

Alexander wechselte auf die andere Straßenseite und beschleunigte seine Schritte. Das Faustische in ihm kam dadurch ordentlich in Fahrt: Ich sehe das Grün der Bäume, und dort vorn das Rot der Ampel. Objektiv gibt es überhaupt keine Farben. Nur Licht unterschiedlicher Wellenlänge. Die Welt ist von Haus aus grau. Trotzdem freue ich mich über die Kolorierung meiner Welt, die anderen freuen sich an der ihren, und zu dieser inneren Wirklichkeit gehört für viele eben auch Gott. Und basta!

 Zum Parkeingang hin wurden es immer mehr Spaziergänger. - War das nicht … dort, in dieser Gruppe von Menschen? … Jawohl, das ist sie, Amanda! Ihr blaues Kleid hat sie an, das mit den hellen Tupfen. Als sich die Gruppe langsam verlief, hielt sich ein junger Mann an ihrer Seite. Das ist doch nicht möglich - Sebastian! Richtig, gestern wollte er ja aus Amerika zurück sein. Was bloß hatte sie denn immerzu mit ihm?! Um mich abzuwimmeln, brauchte sie ihn damals, und nun? Sie wollte Rat von ihm, wegen der Sache mit dem Kind, ganz klar. Alexander verlangsamte seinen Schritt, um sich auf Distanz zu halten, da blieb er abrupt stehen: Sein Freund fasste nach Amandas Hand, und sie, sie ließ es geschehen! Fast schien es, sie wandelten schon ein Leben lang so einher. Er mit meiner Amanda! Als beide hinter einer Wegbiegung verschwanden, konnte Alexander gerade noch erkennen, wie sie stehenblieben, Sebastian Amanda in die Arme nahm und … Ein Pärchen kam Alexander entgegen. Beide schauten angestrengt zur Seite, wahrscheinlich war sein Aufschrei nicht stumm geblieben: Amanda und Sebastian hatten sich geküsst!!!

Alexander wendete und stürmte in die Richtung, aus der er gekommen war. Nicht lange, und er hatte zu Hause die Tür hinter sich zugeworfen. Der Anrufbeantworter blinkte – die geschulte Stimme einer Werbefirma. Sonst nichts.

***

Alexander ging ins Bad und blickte in den Spiegel. Er sah ratlos aus, vom Unglück gezeichnet. Sie wird mein Kind umbringen lassen, oder - sie trägt es aus und macht mich zum Zaungast, mich, den Vater! Monat für Monat darf ich Alimente zahlen, und Jahr für Jahr, ansonsten habe ich mich zurückzuhalten. So was kennt man doch! Zugucken muss ich, wie ein anderer mit meinem Kind auf dem Schoß Hoppe-Hoppe-Reiter spielt. Alexander schabte sich über sein stachliges Kinn. Die Frau sei eine Falle der Natur, hatte Sebastian mal gesagt. Von Schopenhauer war das, oder von Nietzsche. Und ich, ich bin reingetappt. Frage mich, was Sebastian dazu sagen würde. Ich könnte ihn drüben in Amerika anrufen. Einigeln wäre noch besser. Mich in meinem Fauteuil zusammenrollen und auf bessere Zeiten warten.

Das Telefon meldete sich, und Alexander hastete zurück ins Wohnzimmer. So klingelte es immer, wenn Amanda anrief.

»Martineck!«, rief es frisch aus dem Hörer. »Hallo Alexander, habe nichts mehr von dir gehört. Bist du noch am Ball?«

»Oh, das ist aber eine, eine schöne Überraschung, Herr …, äh, Reinhold. Ja, also mein Chef, der Siebenwirth, spannt mich ganz schön ein und versucht, mich mit so ’ner Arbeit anzupflocken, eine Arbeit über …«

»Argumentatives Sprachspiel – weiß ich, hattest du mir ja schon erzählt. Vielmehr möchte ich wissen, wie sieht’s denn nun mit den Neurowissenschaften aus? Kommst du voran?«

»Durchaus«, log Alexander ins Telefon, »nur eben nicht so schnell, wie ich hoffte. Habe übrigens einen Freund, Neurophysiologe ist er, und der will sich für mich in Amerika umhören, in Sachen außerkörperlicher Erfahrung und transkranieller Magnetstimulation.«

»Das ist gut. Hätte da auch ein paar Fragen. Vielleicht kannst du ihn mal mitbringen. Ganz wichtig aber ist, dass du selbst ordentlich in das Thema einsteigst. Auf Lehrbuchniveau zunächst, sagte ich ja schon. Du weißt, wir dürfen den Hirnforschern das Feld nicht einfach überlassen. Leib und Seele sind unser Terrain, und das muss so bleiben!«

»Keine Frage. Das Buch, das, äh, das du mir empfohlen hattest, liegt direkt vor mir. Geht trotz allem einigermaßen voran. Glaub ich. Übrigens hab ich mit dem Helm noch eine andere Erfahrung machen können, und bei einer Bekannten war diese übersinnliche …«

»Freut mich, Alexander. Was ich noch sagen wollte, da gibt es eine neuere Psilocybin-Studie. Das Zeug aus den Zauberpilzen, diesen Magic Mushrooms, weißt schon. Ähnlich LSD. Auch damit kann man fabelhafte Erfahrungen machen. Von Ich-Auflösung reden die, vom Verschwimmen der Grenze zwischen dem Körper und der Welt, einige haben die Transzendenz von Raum und Zeit erfahren, und eine Probandin ist seitdem überzeugt, die Mutter von Jesus zu sein. Great, was? Ja, und über deine eigenen Erfahrungen, die mit dem Helm, musst du mir das nächste Mal berichten, ausführlich!«

»Jawohl, ich bleibe dran. Hat den Anschein von hellem Wahnsinn, aber …«

»Sagen die Psilocybin-Probanden auch. Angeblich nicht ganz ungefährlich, diese Pilze, Panik und so. Suizidgefahr. Daher auch die Ärzte und ein Haufen Safety-Brimborium. Andere meinen, eine derart einseitige Dämonisierung … Na ja, weiß nicht, soll ja bald in der Psychiatrie eingesetzt werden. Oder wird schon. Heilende Selbsterkenntnis, Patienten mit Angststörungen, Selbstzweifeln, posttraumatische … Oh, gerade bimmelt mein zweiter Apparat. Also, nichts wie ran, Alexander, melde dich! Und guten Abend noch.«

Erleichtert schickte auch Alexander einen Guten-Abend-Gruß durchs Telefon, und nach einer kurzen Phase geistigen Stillstands schlug sein Hader in Verzweiflung um. Als ob ihn das Unglück zur Versuchsperson erkoren hätte: Amanda, von heute auf morgen mit Raureif überzogen, dazu sein Kind in ihrem Bauch, Felicia und der ganze Wahnsinn mit ihr, alle diese Obskuritäten, dann der Siebenwirth, diese Vogelscheuche, mit seinem beschissenen Thema, ständig den Schleimbrocken Christopher im Rücken, und nun auch noch dieser Martineck. Da hilft kein Wegreden, auch kein Likör. Den hat er sowieso nicht. Aber Rotwein.

In der Flasche neben Alexander war noch ein Rest. Er setzte sie kurzerhand an und - beim Versuch, das Überbleibsel mit einem Schwupp in sich hineinzuschütten, hatte er die Menge unterschätzt. Kalt rann es ihm über Kinn und Kragen und nässte sein Hemd von innen und von außen. Den Arm angewinkelt an sich pressend, rannte Alexander ins Bad, riss sich die Sachen vom Leib, und schon stand er unter der Dusche. Der kalte Regen entsetzte seinen warmen Körper. Er sprang zur Seite und wartete, bis das Wasser angenehm temperiert war. Kalt zu duschen gehörte zu den Gräueln, die er sich nicht antun mochte, selbst im heißesten Sommer nicht. Dankbar nahm er dann den wärmenden Segen von oben entgegen, angelte mit dem großen Zeh Hemd und Hose heran und ließ sie sich mit dem Duschwasser vollsaugen. Immer gleich auswaschen!, hatte ihn seine Mutter gelehrt. - Das allerdings wäre, wie es Alexander auf dem Weg zum Wäscheschrank in die Augen stach, noch wichtiger für den Teppichboden gewesen. Von makellosem Cremeweiß war er, und nun starrte ihn ein dunkelroter Fleck an, von dem aus die Abdrücke seines rechten Fußes, scharf umrissen, bis ins Bad führten. Nackt, wie er von der Dusche gekommen war und rundum noch feucht, warf er sich in seinen großen Ohrensessel. Noch im Fallen läutete es an der Tür, zweimal kurz. Felicia?! Eine Spannfeder im Gesäß hätte keine durchschlagendere Wirkung haben können. Er sprang auf, rannte ins Schlafzimmer, fischte sich seinen Jogging-Anzug aus dem Schrank, schlüpfte in die Hose, und noch indem er die Jacke überstreifte, öffnete er die Tür. Felicia hielt ihm strahlend einen meterlangen Aal entgegen:

»Einen schönen Gruß aus Hamburg!«

»Hallo!«, rief Alexander und breitete, um Contenance bemüht, seine Arme aus. Noch während des Kusswechsels musste er an Amanda denken. Ernst und traurig schaute sie zu.

»Hat er mich denn vermisst?«, wollte Felicia wissen.

»Wer?«

»Na du!«

»Mehr als mich selber. Ohne dich krallt sich hier das Unglück fest.« Seelenwund gab er sich und wies mit schlaffer Hand auf das Fleckenmuster am Boden.

Felicia blinkte ihn kurz an, steuerte geradewegs zum Küchenschrank, kramte die Tüte mit dem Salz hervor, streute es großzügig über die Sudelstellen, holte Lappen und Eimer, rieb und wischte und wischte und rieb. Er wollte helfen, fühlte sich aber von ihrer Tätigkeitsattacke an den Rand gedrängt. Ein Eingreifen wäre bloße Symbolik gewesen. Sie war eine Frau, und Frauen können so was besser. Angeboren vermutlich. Und tatsächlich, zunehmend verwandelte sich das Burgunderrot der Kleckse in ein zartes Rosa.

»Na?«, triumphierte sie. »Und den Rest besorgt ein Bleichmittel, das der tüchtige Lexus aus dem Supermarkt heranholt. Wird er das denn packen, hm?«

»Ja Mutti, ich bin doch schon groß!«

*** 

»Wie es scheint«, mischte sich Martineck wieder ein, »ist die Bereitschaft zur spirituellen Erfahrung von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber nie Null. Wahrscheinlich hat jeder von uns ein Türchen für die Transzendenz. Die Fähigkeit, aus ein paar dürftigen Informationen Bilder aufzubauen, Geschichten, Mythen ...«

»Oder aus dem Donnergrollen zum Beispiel das Zürnen eines Gottes heraushören«, meinte Alexander für Bianca übersetzen zu müssen, seiner Befürchtung trotzend. »Und ein Rascheln musste unseren Vorfahren genügen, um an eine Schlange zu denken oder an den bösen Feind. Überlebenswichtig war das.«

»Und wenn das von echten oder vermeintlichen Gefahren geplagte Gehirn endlich mal zur Ruhe kommt«, behauptete sich Martineck mit gebieterischer Stimme, »dann spürt es eben so was wie Geborgenheit, wähnt hierin die Obhut einer schützenden Macht und gerät in weltentiefe Verzückung.«

Alexander nickte heftig:

»Oder wenn unser Gehirn langsam abstirbt und alles ringsum bis auf einen Rest im Dunkel versinkt, dann glauben wir, in einem Tunnel zu sein und ...«

»Und erkennen im Restlicht dessen Ende«, hing Martineck rasch an und sendete in Richtung Alexander einen sezierenden Blick. »Ja, und wenn wir einmal unseren Löffel abgeben, dann mögen irgendwelche vorher eingeübte religiöse oder sonst wie okkulte Vorstellungen anfangen, frei zu fluten ...«

»… bis wir – vielleicht - vor dem wirklichen Gott stehen«, Alexander wieder.

»Na, da bist du doch der Experte«, versetzte Sebastian, »du mit deinen obskuren Praktiken!«

»Und du, du wirst schon noch sehen, du mit deinem Naturalismus-Fimmel!«

Sebastian holte tief Luft und sah seinen Freund herausfordernd an:

»Du mit deinen Lebenslügen! Okay denn, am Ende, wenn uns das Leben ausgespien hat, sprechen wir uns wieder. Dort am großen Tor!«

»Abgemacht!«

Bianca quittierte das Duell mit einem schrillen Lacher, während Martineck nervös mit den Tabak-Utensilien spielte und dann auf seine Uhr schaute.

Mit der Rechnung servierte der Wirt Glückskekse, für jeden einen. Martineck grinste und gab seinen Spruch an Bianca weiter. Die lachte und knuffte ihn mit dem Ellbogen in die Seite, worauf er sie verstohlen in den Oberschenkel zwickte.

Sebastian legte sein Los unbeachtet zur Seite. Alexander erhaschte mit einem kurzen Blick, was darauf geschrieben stand:

 

Ein Blitz aus heiterem Himmel ist der schönste Tod.

Chinesische Volksweisheit

***

Alexander stand auf, tastete sich zum Fenster hin und zog den Vorhang zur Seite. Beim Anblick der Straße bot sich dasselbe Bild wie gestern: Fußgänger im Schneckentempo und Autos in grotesker Gemächlichkeit. Alles, auch seine eigenen Bewegungen, schien merkwürdig verlangsamt. Wie in einer Unterwasserwelt kam er sich vor. Noch beklemmender war dieses verdammte Schwebegefühl. Wenn er in seinem Sessel saß, musste er sich festkrallen, um nicht aufzusteigen, und im Gehen drohte ihm bei jedem Schritt der Boden zu entgleiten. Zur Probe war Alexander auf zwei Beinen gehüpft und kam dabei höher als sonst, mühelos. So mussten sich die Astronauten auf dem Mond gefühlt haben. - Sobald er kann, schmeißt er diese gottverdammte Höllenmaschine in den Müll, samt Programm-CD und dem ganzen Firlefanz, der da mitgeliefert worden war. Noch besser, er schenkte sie dem treuen Freund Sebastian, diesem Scheißkerl.

Was da im Lexikon unter Wahn oder Wahnsinn zu finden war, oder im Internet, traf auf ihn nicht zu. Zum Glück nicht. Eher musste es eine spezielle Wahrnehmungsstörung sein, denn ihm war ja bewusst, völlig bewusst, dass das mit dem Schweben und diesen pomadigen Bewegungen nicht normal sein konnte. Paranoiker hingegen würden die Wahninhalte als Wirklichkeit empfinden, hieß es. Trotzdem, da half kein Drumherumreden, irgendwie hatte das schon etwas mit Verrücktheit zu tun. 

***

»Diese Vorstellung, Herr Professor Schwarzenberg – Gott, ein weltumspannendes Kommunikationsnetz also -, ich finde sie faszinierend! Wie ich glaube, passt dazu, dass das gesamte All, wie es die Quantenmechaniker sehen, nur aus Energie besteht. Keinerlei Substanz im herkömmlichen Sinne gibt es, keinerlei Körnigkeit. Die Atome und ihre Teilchen sind nur irgendwie lokal verdichtete Energiefelder. Letztlich soll ja alles nur Beziehung sein, Wechselwirkungen von Kräften. Von Quantengeist war da kürzlich irgendwo die Rede. Aus nichts anderem als aus Quantengeist bestünde das gesamte All!«

»Nun, da muss ich abermals widersprechen«, erwiderte Felicias Kollege, dieses Mal ohne Räuspern, und seine Frau bestätigte die Ankündigung wieder mit einem Kopfnicken. »Energie und Geist sind doch wohl absolut verschiedene Kategorien. Selbst wenn Sie Geist und Information gleichordnen wollen, Herr Kirchgässner, dann aber ist Energie als Form der Materie nur der Träger von Information oder, bitteschön, von Geist, und der Träger ist nicht gleichbedeutend mit der Information, die er trägt. Oder mit dem Geist. Ist es eben nicht! Die Bedeutung vielmehr ist es, der semantische Aspekt ist es, auf den es bei der Information ankommt, beim Geist, und das macht den Unterschied zur Materie. Eine derartige …, nun, Entschuldigung, lieber Herr Kirchgässner, aber eine derart fahrlässige Eins-Setzung von Materie und Geist, von Welt und Geist und am Ende von Welt und Gott, das läuft auf Pantheismus hinaus, ist …«

Während Ambrosio angestrengt darum rang, was er denn gegen den Pantheismus ins Feld führen sollte, blickte er ratsuchend Felicia an, und sie sprang für ihn ein. Die ganze Zeit über hatte sie sich zurückgehalten und nur interessiert zugehört:

»Nun, ich meine auch, Lexus, die Welt mag von Gott erfüllt sein, aber sie ist nicht identisch mit ihm. Denn wenn er die Welt wäre, hätte er sich ja mit der Welt selbst auch erschaffen müssen.«

Ambrosio nickte heftig.

»Tut mir leid, mein Lieber«, sagte sie mit einem vorsichtigen Lächeln. »Wie immer man unsere christliche Theologie versteht und definiert, Gott bildet die Mitte. Und dessen Gebote und Verbote sind etwas ganz anderes als die Naturgesetze.«

  ... Alexander beschränkte sich auf eine großmütig abwinkende Geste. Dann aber, nach einem kurzen Strafblick in ihre Richtung, musste er, an Schwarzenberg gewandt, doch noch eine Replik loswerden:

»Ein schöner, ein tröstlicher Gedanke, den Sie entgegenhielten, Herr Professor, den mit der Sinngebung durch Gott. Aber - ich befürchte - auch nicht mehr. Nämlich so wenig beweisbar wie die Existenz Gottes.« Felicia nahm ihre Hand von Alexanders Knie, und Ambrosios Miene wurde zu Stein. Schwarzenberg hielt sein joviales Lächeln weiterhin parat, und Alexander griff in die Luft, als ob er sich von da neue Munition holen wollte:

»Unabweisbar hingegen ist der Evolutionsgedanke: Die Lebenspraxis der Organismen bestimmt, was Bedeutung hat. Das heißt, das Bedeutungsverleihende entsteht durch das von Generation zu Generation immer aufs Neue angekurbelte Evolutionsgetriebe. Unserem Gehirn allein, dem Spitzenprodukt der Evolution, ist zu verdanken, dass wir erfahren, was Sinn hat, und wieso überhaupt.« Nach einem raschen Blick hin zu Felicia fügte er mit einem Schulterzucken hinzu: »Das alles, könnte man sagen, mag wiederum Gottes Wirken zu verdanken sein. Zumindest, dass er die Evolution zugelassen hat. Oder sogar wollte und ...«

»Tja, das Problem, das die Theologen mit der Evolution haben …«, setzte der Hausherr an, aber Alexander kannte keinen Halt:

»… und ich frage mich, wie der Schöpfungsbericht aussehen würde, das Buch Mose also, wenn dessen Autoren damals in eine Schule wie die von heute gegangen wären und im Biologieunterricht ordentlich aufgepasst hätten.«

Schwarzenberg winkte mit Blick auf Ambrosio ab, und fortan drehte sich die Diskussion nur noch um profane Dinge, um das Erdöl, das langsam alle würde, um Schwarzenbergs Enkel, was er denn am besten studieren solle und ob überhaupt, darum, wie lange denn die Zauberflöte im hiesigen Theater noch laufen würde, und wie man das Geld für eine Orgel zusammenkriegen könne, denn der Dom brauche dringend eine neue.

***

Felicia sah flüchtig zum Seitenfenster hinaus und heftete ihre Augen sofort wieder auf die Autoschlange, die vor ihnen durch die enge Gasse kroch.

»Entschuldigung«, stieß sie hervor, »muss mich auf die verdammte Straße konzentrieren.« In letzter Zeit, seit sie die Professur in München angetreten hatte, entschlüpfte ihr öfters mal ein derartiges Unwort. Gerade war sie aus der Spur gekommen, das Auto rächte sich beim Zurücklenken durch ein beängstigendes Schlingern, und wieder ein »Verdammt!«.

»Nein, nein, nein, so was will Theologin sein!«, stöhnte Alexander und tätschelte dabei ihr Knie.

»Bin ich trotzdem.«

Als seine Hand dazu überging, sie weiter oberhalb zu streicheln, gab sie ihm mit einem kurzen Blick zu verstehen, was das doch für ein schöner Einfall sei. Dann aber legte sie die Hand, die immer vorwitziger wurde, auf sein eigenes Knie zurück und meinte:

»Der da droben, der wird’s schon richtig verstehen.«

»Was?«, fragte er ernüchtert.

»Na was denn! So ein kleines Signalwort, mit dem man ihn anruft!«

»Flüche? Du glaubst du doch selber nicht, dass dem da dein Fluchen gefällt.«

Nach einem kurzen Seitenblick sagte sie: »Du warst es doch, dem er gezeigt hatte, wie humorvoll und großmütig er sein kann.«

»Da bin ich mir eben nicht so sicher.«

»Das ist ja wie eine Krankheit, nie bist du dir sicher!«

»Mit dem Wissen wächst der Zweifel, hat Herr von Goethe mal gesagt.«

»Dünkst dich wohl, ein Doktor Faust zu sein, wie?«

»Es irrt der Mensch, so lang er strebt. Und du, du bist mein Mephisto, ein engelgleicher Teufelsbraten! Stimmt doch, oder?!«

»Ich bin ein Teil jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Gute schafft«, säuselte sie. »Aber nun sag doch mal, was ist es denn nun schon wieder, was dich zweifeln lässt?«

»Ob es der Herrgott selber war. Seine Botschaft hört’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.«

»Wer soll’s denn sonst gewesen sein?«

»Ein Vertreter vielleicht.«

»Was für ein Blödsinn! Du glaubst doch nicht im Ernst, dass das da oben so eine Art von Haustürfirma ist, eine mit lauter Vertretern. Da lachen ja die Hühner. Für dich gehör ich wohl auch dazu?«

»Jawohl, ein Gacker-Huhn bist du.«

Felicia kniff ihn in seinen Oberschenkel, und er revanchierte sich an ihrem.

Je näher sie dem Ziel kamen, umso mehr hielt Alexander der Gedanke an Amanda besetzt. Morgen oder übermorgen würde das Kind erwartet, hatte Sebastian am Telefon gesagt. Felicia verhielt sich Alexanders »Altlasten« gegenüber sehr aufgeschlossen. Ihr sei ein Beute-Kind lieber als gar keins, hatte sie ihm gegenüber oft genug beteuert.